Es gibt intensive Diskussionen darüber, ob und wie am Neustädter Markt zukünftig gebaut werden soll. Für Liebhaber der Dresdner Stadtgeschichte ist er ein bedeutungsvoller Ort mit reicher Vergangenheit, unbefriedigender Gegenwart und zweifelhafter Zukunft. Die Kenner seiner Planungsgeschichte mögen ihn als Schlachtfeld der Stadtmodelle sehen. Die Geschichte der Ideen, die seit dem Stadtbrand von 1685 für den Neustädter Markt und seine Verflechtungsbereiche entwickelt wurden, erzählt indes viel über die lokale Baukultur und ihre jeweiligen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.
Heute kann der Neustädter Markt als Palimpsest gelesen werden – als vielschichtiges, komplexes Dokument einer von Brüchen durchzogenen Stadtentwicklung. Zugleich und vor allem ist der Neustädter Markt aber auch Bestandteil eines Kleinquartiers und somit ein Stück normale, im Wandel begriffene Stadt, mit Bewohnern, die ihn als Teil ihrer Lebenswelt wahrnehmen, und Gästen, die ihn vornehmlich als Durchgangsort erleben.
Um diese alltagsweltlichen Perspektiven in den Blick zu bekommen, wird es bei unserem Stadtspaziergang auch um die Wahrnehmung des Platzes durch die Teilnehmenden gehen. Bevor wir uns dem Betrachtungsgebiet genauer widmen, wollen wir aber zunächst von der Brühlschen Terrasse »rübergucken«, die rechtselbische Situation aus der Ferne vergegenwärtigen und ein paar Worte dazu verlieren.
Am Ende des Spaziergangs treffen wir uns zu einer Gesprächsrunde in der Galerie Ursula Walter. Es ist geplant, allen Teilnehmenden eine leckere Wegzehrung (in der beliebten ATZ-Butterbrotstüte) mitzugeben. Dazu wird es am Schluss eine Kasse des Vertrauens geben. Um abschätzen zu können, wie viele Personen teilnehmen, bitten wir um eine kurze Anmeldung per Mail an atz@traufstaendig.de (Stefan Nothnagel). Wir freuen uns auf Ihr/Euer zahlreiches Erscheinen!
Termin:
9. Mai 2017
18:30 Uhr – Treffpunkt an der Freitreppe zur Brühlschen Terrasse
19:30 Uhr – Weiter im AHA Studio, Neustädter Markt 9, Dresden