Modelle sind ein wesentliches Hilfsmittel, um räumliche Zusammenhänge anschaulich und verständlich darzustellen. Gerade wenn es schwerfällt, sich Räume allein anhand von Gebäudegrundrissen vorzustellen, bieten sie eine wertvolle Ergänzung. Denn um die räumliche Dimension eines Entwurfs vollständig erfassen zu können, reicht ein Grundriss nicht aus – zusätzlich benötigt man einen Schnitt, der die Höhenverhältnisse sichtbar macht. Erst durch das Zusammenspiel beider Zeichnungen entsteht ein vollständiges Bild des Raumes, das im Kopf zusammengesetzt werden muss. Diese gedankliche Transferleistung kann jedoch anspruchsvoll sein. Ein physisches Modell überspringt diesen Schritt und macht den Raum direkt erfahrbar.
Je nach Zielsetzung werden Modelle in unterschiedlichen Maßstäben gebaut. Möchte man ein gesamtes Gebäude, etwa ein Wohnhaus, darstellen, eignet sich der Maßstab 1:100. Um das Volumen eines Baukörpers im städtebaulichen Kontext zu zeigen, verwendet man den Maßstab 1:500. Dabei wird auch die angrenzende Umgebung mit einbezogen, sodass die Wirkung des Entwurfs im Stadtbild frühzeitig beurteilt werden kann – besonders wichtig bei größeren Gebäuden mit Einfluss auf das Umfeld. Soll hingegen ein bauliches Detail wie der Wandaufbau dargestellt werden, kommen Maßstäbe wie 1:50 oder 1:20 zum Einsatz, die eine präzise Darstellung ermöglichen.
Für den Bau solcher Modelle werden verschiedene Materialien verwendet. Häufig kommen Grau- oder Finnpappe sowie Kappaplatten zum Einsatz, da sie sich gut schneiden und formen lassen. Städtebaumodelle werden oft aus Styrodur gefertigt, weil sich Volumina daraus leicht als kompakte Massen ausschneiden lassen. So entsteht ein plastisches Bild, das die räumliche Wirkung eines Entwurfs unmittelbar vermittelt und die Vorstellungskraft unterstützt.