AHA Studio · Beitrag zum Programmwettbewerb Bauakademie Berlin



Programmwettbewerb
Bauakademie Berlin


Projekt:

Wiedererrichtung der Bauakademie Berlin als Nationale Bauakademie


Ort:

Berlin


Zeitraum:

November 2017 bis Januar 2018


Planungsleistungen:

Wettbewerbsteilnahme
2. Rundgang


Die Bauakademie wird als höchst flexibles, flächeneffizientes, multifunktionales und barrierefreies Gebäude konzipiert. Ganz im Geiste Schinkels soll sie konstruktiv und technologisch auf der Höhe der Zeit errichtet und den Anforderungen aller Nutzenden in besonderem Maße gerecht werden.

Äußerlich wird das Gebäude durch seine rekonstruierte, technizistische Klinkerfassade geprägt. Es entfaltet eine außerordentliche Anziehungskraft auf Passanten durch die vielen Menschen im Inneren, die nahe an den Fenstern sichtbar auf einer breiten Rampe bis ganz nach oben gelangen können. Dies soll Neugier wecken und viele Menschen ins Innere des Gebäudes locken.
Unterstützt wird der einladende Eindruck durch das leicht geneigte Gelände auf dem Schinkelplatz, welches die Besuchenden wie selbstverständlich barrierefrei zu den Haupteingängen führt.

Konzeptioneller Grundansatz ist das Spannungsverhältnis eines modernen und flexiblen Gebäudekerns und der detailgetreu rekonstruierten Klinkerfassade. Beide Elemente haben einen klaren Abstand voneinander. Durch diesen Abstand bildet sich ein erlebbarer und durchgehbarer Raum. Hier befindet sich die Haupterschließung. Ein vier Meter breiter Weg führt als flachgeneigte Rampe (ca. 4% Steigung) um den Kern herum bis ganz nach oben und erschließt alle Bereiche des Gebäudes. Dieser Weg ist aber nicht einfach Erschließung, sondern Ort für eines der Hauptanliegen des Gebäudes. Er ist Erschließung und Ausstellungsbereich zugleich.

Denkmalpflegerisches Konzept:
Die alte Schinkelsche Bauakademie taucht auf verschiedene Weisen im Gebäude wieder auf. Das denkmalpflegerische Konzept sieht vordergründig drei Stufen vor: Originalsubstanz – Rekonstruktion – Adaption des historischen, konstruktiven Rasters

Orginalsubstanz
Als erstes werden die noch vorhandenen, originalen Mauerreste im Kellergeschoss freigelegt und erlebbar gemacht. Nach Möglichkeit sollen Sie in den Nutzungsalltag integriert werden, damit ihnen die angemessene Aufmerksamkeit zuteil wird. Im Veranstaltungsbereich etwa kann auf diese Weise eine ganz besondere Atmosphäre entstehen. Im Weiteren werden durch eine Öffnung in der Geschossdecke zwischen Erdgeschoss und Keller die Originalreste vom Foyer aus einsehbar und erlebbar.

Rekonstruktion
Als zweites wird die Fassade der historischen Bauakademie detailgetreu unter Einbeziehung der Modellecke rekonstruiert. Dies gibt dem Gebäude seine berühmte, fast ikonenhafte Erscheinung zurück. Diese Fassade wird auf besondere Weise in Szene gesetzt. So erscheint sie dem Passanten von außen in gewohnter und erwarteter Art und Weise. Von innen aber kann die Fassade durch die dahinter angeordnete Erschließung/Rampe großflächig wahrgenommen werden. Der zukunftsgewandte und moderne Geist Schinkels scheint auch in dieser Art des Umgangs mit den Teilen des Gebäudes auf. Der Besuchende hat immer auf der einen Seite die alte und auf der anderen die neue Generation der Bauakademie vor sich. Hier die raue, rote Ziegelfassade – da der mit modernsten Materialien errichtete Kern. Die Rampe unterstützt dies noch durch ihre Position: mal an der Fassade mit Abstand zum Kern, mal am Kern mit Abstand zur Fassade.

Historisches Raster
Als drittes taucht das vormalige, konstruktive Raster wieder auf. Ob als tatsächliche Tragstruktur oder als Möblierung ist dabei weniger von Bedeutung. Wichtig ist, dass die vormaligen Rasterpunkte auf die eine oder andere Art erlebbar werden und auf subtile Weise auf die wechselhafte Geschichte des Gebäudes hindeuten.

Im Erdgeschoss befindet sich der Foyerbereich. Temporäre Nutzungen bieten sich hier für bestimmte Ausstellungen genauso an wie für repräsentative Veranstaltungen und Empfänge.
Ein breiter Weg führt als Rampe mit flacher Neigung um den Kern des Gebäudes herum nach oben. Sie ist Erschließung und Ausstellungsraum zugleich. Dies ermöglicht innovative Ausstellungskonzepte und sichert auch die Aufmerksamkeit der Menschen, die die Rampe nur als Erschließung nutzen.
An den Außenseiten des Erdgeschosses befinden sich Restaurant- oder Barnutzungen sowie Bereiche für Läden oder Pop-up-Stores. Direkte und separate Zugänge von außen ermöglichen den Zugang für Laufkundschaft sowie die gastronomische Nutzung der Außenbereiche. Die flexible Grundrissstruktur ermöglicht die bedarfsmäßige Anpassung an wechselnde Nutzungen. Die Nebenräume der Gastronomienutzungen etc. befinden sich im direkt erreichbaren Kellergeschoss.

Link zum vollständigen Erläuterungsbericht unseres Wettbewerbsbeitrags

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Isometrie mit Blick ins Gebäudeinnere

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Blick vom Spreeufer auf die Bauakademie

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Vertikalschnitt durch das Gebäude

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